Betrifft: Einkommensentgang durch Corona
Welche Hebammen jetzt Hilfe bekommen und wie man sie beantragt

Die Republik Österreich hat einen Härtefallfonds eingerichtet, der mit 1 Milliarde Euro dotiert wird. Mit den Förderungen des Härtefallfonds soll Unternehmen die von der Corona Krise betroffen sind geholfen werden.

Eine Milliarde Euro Fördervolumen wird dabei für Ein-Personen-Unternehmen, Kleinstunternehmen, Neue Selbstständige, freie Dienstnehmer und Non-Profit-Organisationen zur Verfügung gestellt. Abgewickelt werden die Förderungen durch die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) im Auftrag des Bundes.

Hebammen, die ausschließlich freiberuflich tätig sind gehören zur Gruppe der Neuen Selbständigen und falls ein Gewerbeschein vorhanden ist auch zu den Ein-Personen Unternehmen (EPU).

Hilfe aus dem Härtefallfonds erhalten:

  • Unternehmen und Selbständige, die direkt oder indirekt vom Corona-Virus betroffen sind – durch Erkrankung oder Quarantäne.

  • Unternehmen und Selbständige, die auf Grund der Corona-Pandemie mit massiven Geschäftseinbußen und Zahlungsschwierigkeiten rechnen müssen.

Die Eckpunkte der neuen Richtlinie:

  • Verlängerung um drei Betrachtungszeiträume, insgesamt sind damit Anträge für maximal 15 Betrachtungszeiträume möglich.


  • Antragstellung bis einschließlich 31.07.2021 möglich.


  • Zusätzlich zum Comeback-Bonus wird ab 1. Juni ein Zusatzbonus in der Höhe von 100 Euro für jeden geförderten Betrachtungszeitraum ausbezahlt. Maximal werden 1.500 Euro (15 x 100 Euro) ausbezahlt, die Auszahlung kann auch in Teilbeträgen erfolgen. Sie erfolgt automatisch, eine separate Beantragung ist nicht notwendig.


  • Erhöhung der maximalen Gesamtförderhöhe auf 39.000 Euro.


  • Erweiterung der Anspruchsberechtigung für Neugründungen (von bisher 01.01.2020) bis 31.10.2020.


  • Anpassung bei Insolvenzen: Sanierungsverfahren gemäß §§166 ff IO sind künftig im Härtefall-Fonds anspruchsberechtigt.


  • Kontoverbindungen aus EU- oder EWR-Ländern werden berücksichtigt.


  • Für Anträge, die nach dem 15.04.2021 gestellt werden, gilt, dass eine selbstständige unternehmerische Tätigkeit zum Zeitpunkt der Antragstellung und im gesamten beantragten Betrachtungszeitraum ausgeübt werden muss (insbesondere keine Ruhendmeldung).


  • Ebenso dürfen zum Zeitpunkt der Antragstellung und im jeweils beantragten Betrachtungszeitraum keine Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung bezogen worden sein.

Das Corona-Hilfspaket der Österreichischen Bundesregierung: https://www.bmf.gv.at/public/top-themen/corona-hilfspaket-faq.html

Erleichterungen bei Finanzamts-Zahlungen

Folgende Erleichterungen können Selbständige jetzt beim Finanzamt beantragen:

  • Herabsetzung der Vorauszahlungen für Einkommen- und Körperschaftssteuer. Wenn keine Einkünfte über 11.000 Euro zu erwarten sind, können die Vorauszahlungen auch auf null gesetzt werden.

  • Stundung/Ratenzahlung der Vorauszahlung für Einkommensteuer

  • Nachlass der Stundungszinsen

  • Herabsetzung eines bereits verhängten Säumniszuschlags

Das Finanzministerium stellt hier ein Formular für alle Anträge zur Verfügung: https://www.bmf.gv.at/public/informationen/coronavirus-hilfe.html 

Erleichterungen bei SVS-Beiträgen:

Die Sozialversicherung der Selbständigen bietet den Versicherten mehrere Möglichkeiten für schnelle und unbürokratische Hilfe in der Corona Krise:

  • Stundung der Beiträge

  • Ratenzahlung der Beiträge

  • Herabsetzung der vorläufigen Beitragsgrundlage

  • Komplette oder teilweise Nachsicht der Verzugszinsen

Folgende Online-Formulare stehen zur Verfügung: 

Anträge zu Stundung, Ratenzahlung und Nachsicht der Verzugszinsen: https://www.sozialversicherung.gv.at/formgen/?portal=svsportal&LO=4&contentid=10007.853637

Anträge für die Herabsetzung der Beitragsgrundlage: https://www.sozialversicherung.gv.at/formgen/?portal=svsportal&LO=4&contentid=10007.854309

Berufsunterbrechungsversicherung

Falls eine solche abgeschlossen wurde, kommt die Versicherung für den Einkommensentgang auch bei behördlich angeordneter Quarantäne und Seuchen auf.


Betrifft: den guten Ruf von Hebammen